St. Mamas

< SV1 - St. Mamas

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Sretensky Kloster Chor singt:
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Ich werde den Herrn zu jeder Stunde loben ...
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Hallo. Ich bin Schwester Vassa
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und ich habe mir vor der Arbeit meinen Kaffee
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hier in der Stadt Wien in Österreich gemacht.
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-Keine Kängurus
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in Österreich.
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Ich mag meinen Kaffee gewöhnlich schwarz.
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Ich habe einen Faible für schwarzes...wie Sie sehen.
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Bevor ich zur Arbeit gehe, möchte ich auch meine tägliche Dosis
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aus dem Kirchenkalender bekommen. Werfen wir zusammen einen Blick darauf,
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was los ist
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in der ersten Septemberwoche. Wenn ich sage,
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in der ersten Septemberwoche, die von uns auf die
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altkalendarische mathematische Formel
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mit der Ziffer 13 liegt.
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Es gibt viele Heilige,
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denen an jedem Tag im Kirchenkalender gedacht wird.
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Aber ich werde einfach einen Heiligen auswählen
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aus dieser ersten Woche im September - ganz zufällig,
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um ehrlich zu sein - und beziehe mich auf das Leben dieses Heiligen
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bevor ich heute zur Arbeit gehe. So wie ich in meinem Kalender sehe,
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fällt mir auf, das am 2.September
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dem heiligen Märtyrer Mamas gedacht wird.
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Mamas war ein 15 Jahre alter
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Junge und stard im Jahr 275 den Märtyrertod.
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Wie Sie sehen, schaut er sehr exotisch aus
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- reitend auf einem Löwen - wie in dieser Darstellung.
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Nun, wenn wir also
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diesen exotischen Heiligen aus der fernen Vergangenheit -
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dem 3. Jahrhundert - sehen, stellen sich sicher viele die Frage:
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Was ist der Sinn?
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In der Tat kann es möglicherweise einen Sinn
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für mein heutiges christliches Leben,
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für meine heutige Berufung ein Leben mit Christus zu führen;
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für mich, beispielsweise in einer großen
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Europäischen Stadt?! Was kann dieser Märtyrer aus dem 3. Jahrhundert,
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ein 15-jähriger, wie kann er mir den Glauben lehren?
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Das ist eine gute Frage.
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Also ich würde dies gerne reflektieren, bevor wir zum Tages-Heiligen gehen.
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Die verschiedenen Ereignisse und Persönlichkeiten
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denen heutzutage im Kirchenkalender gedacht wird,
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zeigt mir vor allem das die Kirche
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eine Geschichte hat. Dieses beruhigt auf viele Weise
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wenn wir darüber nachdenken. Also lasst uns darüber nachdenken.
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Heute,
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als Mitglied der Kirche Christi, bin ich ein Teil
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dieser Geschichte, so bin ich nicht allein.
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Jeder von uns, in seiner oder ihrer eigenen Berufung, führt ein Leben in Christus heute,
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findet sich in der Gemeinschaft von vielen vielen Christen,
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wie jeher. - Christen von heute, der vergangenen Jahrhunderte
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und Epochen; der verschiedenen geographischen Regionen,
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Kulturen, Gesellschaftsschichten, etc., etc.
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Sich anzuschließen mit dieser großen Menge
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und die Vielfalt der Persönlichkeiten und Kulturen auf einer täglichen Basis des Lebens heute,
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bedeutet lebendige Tradition.
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Durch diese lebendige Tradition der Kirche sind wir motiviert
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und auch belehrt für unsere Zukunft durch die Erinnerung an unsere kirchliche Vergangenheit/Kirchengeschichte.
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So beinhaltet Tradition
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Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Drei Teile.
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Nicht ein Teil, nicht zwei Teile, aber alle drei:
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Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Wir,
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als Kirche sind viel breiter und interessanter,
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mehr als die besonderen Obsessionen und
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Anliegen unserer heutigen modernen Welt,
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unserer Gegenwart. Unsere Gegenwart manchmal
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wähnt ewig zu sein, als ob die heutigen Dinge
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schon immer so waren und so sein sollen.
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Aber Tatsache ist das die Gegenwart
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nicht ewig ist; weil auch die Kirche hat
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eine Geschichte, sehen Sie. Und die Geschichte,
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und das Bewusstsein dieser Geschichte befreit
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uns von der Tyrannei der Gegenwart.
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Mit all dem im "Hinterkopf", kommen wir zurück
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zu dem jungen Märtyrer St. Mamas. Seine Eltern,
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Theodotus & Rufina, waren Christen
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und auch Patrizier, d.h. römischen Adels.
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Sie lebten in Kleinasien, in Paphlagonia,
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in der Stadt Gangra, hier angedeutet
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mit dem roten Kreis und Pfeil. Beide Eltern wurden verhaftet
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weil sie Christen waren. Sie wurden verhaftet
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in der Stadt Caesarea in Kappadokien,
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südöstlich von Paphlagonia, in Kleinasien,
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hier angedeutet durch den gelben Pfeil und Kreis.
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Beide Eltern starben im Gefängnis,
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Mamas´ Mutter kurz nach der Geburt
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im Gefängnis. Er wurde
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als Waisenkind im christlichen Glauben von einer wohlhabenden Frau erzogen
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welche Ammia hieß. Sie nannte ihn Mamas
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nachdem er sein erstes Wort sprechen konnte, eigentlich ziemlich spät,
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im Alter von 5 und dass erstes Wort war
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"Mama." Als Junge war Mamas fleißig in seinen Studien,
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sehr intelligent, und eifrig im christlichen Glauben.
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Es wird berichtet, dass er
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viele seiner heidnischen Freunde zum Christentum bekehrte
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und wurde schließlich vor die Behörden gebracht, weil
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er dies sehr offen tat. Das war zu der Zeit des römischen Kaisers Aurelian,
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er regierte von 270-275. Aurelian,
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obwohl er sehr kurz regiert, nur fünf Jahre,
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gelang es, das Römische Reich wieder zu vereinen
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in seiner Gesamtheit in Ost und West, um zu einem Ende zu bringen
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was die Krise des 3. Jahrhunderts mit sich brachte. So hieß er
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der "Restitutor orbis" -
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Restaurator der Welt.
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Aurelian war der erste römische Kaiser, welcher offiziell "deus"
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"Gott", in offiziellen Dokumenten der Regierung genannt wurde.
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Er wurde gefeiert als "Deus et Dominus natus"
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"Gott und geborener Herrscher." Bezüglich seiner religiösen
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Politik war Aurelian ein Reformer. Er stärkte
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die Position des Sonnengottes Sol Invictus,
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als die wichtigste Gottheit im römischen Pantheon. Aurelian scheint
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das Prinzip
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"Ein Gott, ein Reich," später von
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Kaiser Konstantin als Gott der Christen befolgt zu haben.
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Aurelian verbot nicht offiziell
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all die anderen Götter, aber christliche Historiker berichten von Verfolgungen
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wie auch die Geschichte von St. Mamas während der Regierungszeit
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von Aurelian. So wurde Mamas vor die Behörden gebracht,
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wie ich schon sagte, und schließlich sogar vor
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den Kaiser selbst, Aurelian,
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weil Mamas aus dem römischen Adel stammt. So wurde er befragt
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schwer gefoltert, und für eine Zeit
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auf wundersame Weise freigelassen. Als er
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in die Wüste ausging,
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in die Berge außerhalb von Caesarea in die Abgeschiedenheit,
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und sich den Gebeten zu widmen
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und zu Fasten. In der Wildnis wurde er nicht angegriffen
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von den wilden Tieren, die ihm dienten.
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Schließlich als Mamas wieder zurück
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in die Stadt von den Behörden gerufen wurde und sich
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an den Stadttoren von einem Löwen begleitet zeigte.
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Deswegen wird er auf einen Löwen reitend oder in Begleitung anderer Tierer dargestellt.
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So wurde er erneut gefoltert,
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wieder gezwungen, Christus zu verleugnen
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und starb im Jahr 275 als Märtyrer.
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Jetzt ...
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ein Gedanke für heute zum Leben des Heiligen Mamas.
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Er war ein Teenager, und im Alter von 15,
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wenn der "Druck" wie auf alle andere
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enorm ist, wie wir alle wissen, hatte er keine Angst
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er selbst zu sein. Um sicher zu sein,
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tat er normale Dinge wie jeder andere: Er bekam eine Ausbildung,
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studierte und machte seine Hausaufgaben. Er hatte Freunde
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und kümmerte sich um sie. Vielleicht war er athletisch
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und machte Sport. Okay, so ritt er Löwen ...
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Das ist nicht gerade ein Sport, den ich empfehlen
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würde in dieser Sendung... Aber unter´m Strich -
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er war ein Christ. Das war seine Identität.
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Er identifizierte sich mit Christus,
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und diese Identität ist nicht verhandelbar
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wie es von den Großen und Mächtigen seiner zeit gefordert
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wurde.
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So, das ist unser Gedanke für den heutigen Tag,
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und unsere Heiligen der Woche:
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St. Mamas uns Allen! Vielen Dank.

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Sretensky Monastery choir sings:
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I shall praise the Lord at every hour...
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Hello. I'm Sister Vassa
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and I'm having my coffee before going to work
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here in the city of Vienna in Austria
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no kangaroos
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in Austria.
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I like my coffee black, actually.
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I have this thing for black, as you see.
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So, before I go to work I also like to get my daily dose
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of the church calendar. Let's take a look,
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together, at what's going on
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on this first week in September. When I say
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the first week in September, those of us on the
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Old Calendar will do our math, as we do...
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involving the awkward number 13.
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There are lots of saints,
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as you know, being celebrated in the church calendar every day.
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But I'm just going to select one saint
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from this first week in September, - quite randomly,
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to tell you the truth, - and reflect on this saint's life
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before I go to work today. So as I'm looking in my
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calendar, I notice that on the 2nd of
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September there is the holy martyr Saint
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Mamas. Mamas was a fifteen year old
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boy, and was martyred in the year 275.
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You can see he looks very exotic,
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depicted on his icon riding a lion.
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Now when we see this
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exotic saint from such a distant past -
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from the 3rd century - many of us
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might be asking ourselves the question: What's the point?
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Indeed, what can possibly be the point
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for my modern-day Christian life,
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for my present-day vocation to lead a life in Christ;
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(for) me, for example, in a large
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European city? What can this martyr from the 3rd century, century
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a 15-year-old, how can he inform my faith?
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This is a good question.
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So I would like to reflect on that before we go on about this saint.
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The various events and personalities
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commemorated in the church calendar today on a daily basis
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indicate to me, first of all, that the Church
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has a history. This is a liberating fact on many levels,
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if we think about it. So let's think about it.
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Today,
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as a member of the Church of Christ, I am part
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of this history, so I am not alone.
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Each of us, in his or her own calling to lead a life in Christ today,
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finds ourselves in the company of many, many Christians,
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as it happens. - Christians of today, of past centuries
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and epochs; of various geographical regions,
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cultures, walks of life, etc., etc.
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Connecting with this great multitude
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and variety of personalities and cultures on a daily basis today
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means living Tradition.
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By living Tradition as church we are motivated
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and informed for our future by remembering our past
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today. So, Tradition involves
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past, present, and future. Three parts.
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Not one part, not two parts, but all three:
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past, present, and future. We,
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as Church, are much broader and more interesting,
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actually, than the particular obsessions and
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concerns of our modern day,
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of our present. Our present sometimes
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imagines itself to be eternal, as if the way things are today
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is the way they always were, or even the way they always must be.
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But the fact is that the present
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is not eternal, because the Church has
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a history, you see. And that history,
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and awareness of that history liberates
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us from the tyranny of the present.
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With all that in mind, now let's get back
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to the young martyr St. Mamas. His parents,
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Theodotus & Rufina, were Christians
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and also patricians, meaning Roman nobility.
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They lived in Asia Minor, in Paphlagonia,
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in the city of Gangra, indicated here
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with the red circle and arrow. Both parents were imprisoned
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because they were Christians. They were imprisoned
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in the city of Caesarea in Cappadocia,
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southeast of Paphlagonia, also in Asia Minor,
5:10
indicated here by the yellow arrow and circle.
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Both of Mamas's parents died in prison,
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Mamas's mother after giving birth prematurely
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to Mamas in prison. He was
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brought up as an orphan in the Christian faith by a wealthy Christian woman
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named Ammia. She called him Mamas
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after he uttered his first word, actually rather late,
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at age 5, and that first word was
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"mama." As a boy Mamas was diligent in his studies,
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very intelligent, and zealous about his Christian faith.
5:51
It is reported that he
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would convert many of his pagan friends to Christianity,
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and was finally brought before the authorities, because
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he did this very openly. This was at the time of the Roman Emperor Aurelian,
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who reigned from 270 to 275. Aurelian,
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though he ruled very shortly, only five years,
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managed to reunite the Roman Empire
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in its entirety in East and West, bringing to an end
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what is called The Crisis of the 3rd Century. So he was called
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the "Restitutor orbis," -
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Restorer of the world.
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Aurelian was the first Roman Emperor to be officially called "deus,"
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"god," in official government documents.
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He was hailed "Deus et dominus natus,"
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"God and born ruler." Concerning his religious
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politics, Aurelian was a reformer. He strengthened
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the position of the Sun-god, Sol Invictus,
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as the main divinity up the Roman pantheon. Aurelian seems to have followed
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the principle
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"one god, one empire," later adopted in full
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by Emperor Constantine under the God of the Christians.
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Aurelian did not officially outlaw
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all the other gods, but Christian historians do report persecutions
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such as the story of St. Mamas during the reign
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of Aurelian. So Mamas was brought before the authorities,
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like I said, and eventually he was even brought before
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the Emperor himself, Aurelian,
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because Mamas was of the Roman nobility. So he was was questioned
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tortured severely, and for a time
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miraculously released, when he
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actually went into the wilderness,
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into the mountains outside Caesarea into seclusion,
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and dedicated himself for that time to prayer
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and fasting. In the wilderness he wasn't harmed by
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wild animals, who served him.
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Eventually Mamas was summoned
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back into the city by the authorities, and he showed up
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at the city gates accompanied by a lion.
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That's why he's depicted accompanied by a lion, and sometimes other animals,
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on his icons. So he was again tortured,
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again refused to deny Christ, and
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died in the year 275 as a martyr.
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Now...
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one thought for today on St. Mamas's life.
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He was a teenager,and at age 15,
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when the pressure to be like everyone else
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is enormous, as we all know, he was not afraid
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to be himself. To be sure,
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he did normal things like everyone else: he got an education,
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he studied, and did his homework. He had friends
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and cared for them. Perhaps he was athletic
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and did sports. Okay so he rode lions...
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That's not exactly a sport I recommend
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on this show. But the bottom line for him was -
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he was a Christian. That was his identity.
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He identified himself with Christ,
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and this identity was not negotiable
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when it was challenged by the most famous
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and powerful men of his time.
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So, that's our Thought for the Day,
9:40
and our Saint of the Week:
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St. Mamas, everyone! Thank you.